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Erfurt: Waidspeicher wird wieder international

Osteuropa guckt auf Erfurt

Geht nach Rumänien - Shake-
speares Sommernachtstraum | Foto: Lutz Edelhoff

Kooperation mit Erfurt und Rudolstadt - Theater Waidspeicher | Foto: Lutz Edelhoff

Kommt nach Erfurt - Romea & Julia | Foto: Torsten Biel

Kämpft für Einhaltung ursprünglicher Zusagen - Intendantin Sybille Tröster | Foto: Reinhard Franz

23. Jun. 2010 (dw) – 

Thüringens Puppentheater Waidspeicher schafft den Sprung zurück auf das internationale Parkett. Das Theater wird im November in Rumänien Shakespeares "Sommernachtstraum" spielen. Ein weiteres osteuropäisches Land interessiert sich für Čechovs "Drei Schwestern". Die schnelle internationale Wahrnehmung der neu inszenierten Stücke der Erfurter Bühne ist ein schöner Erfolg für Intendantin Sybille Tröster. Sie führt das Haus erst seit einem Jahr.

Tröster blickt aber nicht nur über Deutschlands Grenzen hinaus. Innerhalb Thüringens baut sie die Zusammenarbeit mit anderen Theatern aus. Erstmals gibt es eine Kooperation mit dem wenige hundert Meter entfernten Theater Erfurt. "König Arthur" von Henry Purcell soll Jugendliche bespaßen – Theatrum mundi und Spieler bestreitet der Waidspeicher, Sänger und Orchestermusiker das Theater Erfurt. Bereits in der zu Ende gehenden Spielzeit hat der Waidspeicher mit dem Thüringer Landestheater Rudolstadt kooperiert und mit "Nathans Kinder" von Ulrich Hub ein sehenswertes Jugendstück auf die Bretter gebracht. In der neuen Spielzeit wird mit Rudolstadt "Tintenherz" von Cornelia Funke inszeniert.

International, regional und lokal stärkt Tröster damit das Renommee des Erfurter Hauses. Ihr Vorgänger Bernd Weißig hatte vor allem zu Beginn seiner Zeit in mehr oder weniger allen diesen Bereichen erhebliche Startschwierigkeiten.

In der neuen Spielzeit wird es fünf Neuinszenierungen geben sowie die Übernahme von Shakespeares "Romeo und Julia". Das Stück ist international preisgekrönt. Es wird nicht gesprochen! Drei der jetzigen Ensemble-Mitglieder haben es zuvor am Theater Naumburg gespielt, als Tröster dort Intendantin war.

Insgesamt gibt es im Vergleich mit der ablaufenden Spielzeit zwei neue Stücke weniger. Dies soll eine der Folgen der schwierigen Haushaltssituation sein. Eigentlich hatten Stadt und Land für alle Spielzeiten bis 2012 jährlich 1,30 Millionen Euro zugesagt. Doch die Stadt hat kurzfristig kürzen müssen, so dass das Haus in der Folge 50.000 Euro weniger bekommt. Tröster verzichtet nicht nur auf zwei Premieren sowie einen mehrtägigen Theaterworkshop mit Schülern. Investitionen soll es auch nicht geben. Tröster bedauerte in diesem Zusammenhang, dass die 27 Mitarbeiter ihres Hauses seit fünf Jahren keine Lohnerhöhung bekommen haben.

Natürlich will die Chefin darum "kämpfen", dass wenigstens in der übernächsten Spielzeit wieder der ursprünglich zugesagte Etat gezahlt wird. Die Vertreterin der Erfurter Kulturdirektion, Gudrun Benedickt, dämpfte auf der Pressekonferenz jedoch optimistische Hoffnungen: Die Haushaltssituation der Landeshauptstadt sei "fürchterlich" und es gebe Anzeichen "für weiter sinkende Steuereinnahmen".

Insbesondere vor diesem Hintergrund ist es erfreulich, dass das alle zwei Jahre vom Waidspeicher veranstaltete internationale Puppentheater-Festival "Synergura" in 2012 mit Unterstützung von Stadt und Land wieder stattfinden soll. Benedickt rechnet mit einem entsprechenden Stadtratsbeschluss im Herbst dieses Jahres. Die diesjährige Synergura fällt ersatzlos aus.

Dirk Wildt

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