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Workshops (DE) Bochum – 04.06.12 bis 17.06.12

Inszenierungsprojekt - Penthesilea H.v. Kleist; Text - Material - Skulptur

Hendrik Mannes - Inszenierung / Marlen Melzow - Material / Dorothea Theurer - Stimme

 

Aus Kleists Figuren spricht ein himmlischer Terror. Sie sind Engel: „Oh eine Thräne, du Hochheil'ge, / Die in der Menschen Brüste schleicht, / Und alle Feuerglocken der Empfindung zieht, / Und: Jammer! rufet, daß das ganze / Geschlecht, das leicht bewegliche, hervor / Stürzt aus den Augen, und in Seen gesammelt, / Um die Ruine ihrer Seele weint.“ (Penthesilea, 2783 – 89)

 

Das Projekt untersucht szenische Vorgehensweisen und Spielhaltungen zu Heinrich von Kleists „Penthesilea“. Wie kann und muss ein performatives, dynamisches Umgehen mit haptischem, einfachem Material aussehen, das der Kleistschen Syntax ein rhythmisches Pendant - Zerreißung und Transparenz – entgegensetzt? Mit welchen elementaren Mitteln der bildenden Kunst – in Beziehung gebracht zum Körper des Spielers - lässt sich Kleists Sprachgewalt begegnen?

 

Schnittpunkt der Interaktion von Text und Material ist der Begriff der Maskierung: „Küsse, Bisse, / Das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, / Kann schon das eine für das andre greifen.“ (Penthesilea, 2981 – 83) Kleists Sprache birgt eine Vielzahl solcher Masken, schnelle, unerwartete, gleichzeitige. Das, was eigentlich verhüllt und geschützt werden soll, wird einer neuen Gefährdung ausgesetzt. Aber dem Moment der körperlichen Verletzung folgt kein physischer Schmerz. Vielmehr fächert sich sofort der nächste dramatische Handlungsentwurf auf. Kleists so im Überstürzen angehaltene Zeit verweigert sich der Demaskierung. Der Versuch, hinter den Masken einen authentischen Zustand paradiesischer Gewissheit zu finden, wäre der Blick in das Chaos, in eine Welt ohne Bild.

 

Die Textkenntnis des Stücks (kostenlos herunterzuladen bei gutenberg.spiegel.de/buch/585/1) wird vorausgesetzt, sowie die Bereitschaft, einzelne Textsequenzen in kurzer Zeit schnell auswendig zu lernen.

 

Gearbeitet wird mit Varaform (thermoplastisches Gewebe), mit Papier und Alltagsgegenständen.

 

Das Projekt ist offen für jede/n Interessierte/n fast jeden Alters (ab 16).

 

Mo-So 9.30-16.30 Uhr

Werkschau 16.06., 18 Uhr

Kursgebühren: € 290,- / 230,- &

Materialkosten: € 60,-

 

Figurentheater-Kolleg

Tel. 0234-284080

info@figurentheater-kolleg.de

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